Fitnessarmbänder sind praktisch: Sie messen den Puls, zählen Schritte, zeichnen Aktivitäten auf und schätzen nach der Synchronisierung mit dem Handy, wie viel Energie Sie verbraucht haben. Ein begeisterter technischer Taucher wollte mit seinem Armband seinen Lieblingssport mit dem Radfahren vergleichen. Es war keine wissenschaftliche Studie, nur das Experiment eines Tauchers mit einem Armband – doch die Ergebnisse sind interessant und decken sich mit dem, was viele Taucher nach einem langen Tag im Wasser spüren.
Radfahren gegen Tauchen
Die Radtour
Zuerst stieg er aufs Rad. Er fuhr 1 Stunde und 24 Minuten, legte 25 Kilometer zurück und verbrauchte laut Armband 1.295 kcal. Wie er selbst sagte, lag die Tour an der Grenze seiner Komfortzone – nichts, was er nicht geschafft hätte, aber sicher keine gemütliche Ausfahrt.
Der Tauchtag
Am nächsten Tag folgte ein Tauchgang auf 10 Meter bei 14 °C Wassertemperatur. Bevor er überhaupt ins Wasser kam, musste er:
- vier Bailout-Flaschen vorbereiten und montieren,
- sie, jeweils zwei auf einmal, etwa 50 Meter zum Wasser tragen,
- zum Auto zurückgehen und Anzug und restliche Ausrüstung holen,
- alles wieder zum Einstieg bringen.
Danach verbrachte er fast zwei Stunden unter Wasser – 115 Minuten – und übte Notfallszenarien einschließlich Flaschenwechsel. Vom Beginn der Vorbereitung bis zum endgültigen Einpacken der Ausrüstung war er 3 Stunden und 42 Minuten aktiv.
Was das Armband zeigte
Am folgenden Tag wiederholte der Taucher das Experiment mit einem etwas kürzeren Tauchgang von 87 Minuten. Aus dem Vergleich beider Tage schätzte er, dass ihn jede Tauchminute im Schnitt etwa 6,5 kcal kostete.
Pro Minute verbrauchte das Tauchen also weniger Energie als das Radfahren. Über den ganzen Tag betrachtet sah es jedoch anders aus: Der lange Tauchgang mit aller Vorbereitung und dem Tragen der Ausrüstung verbrauchte deutlich mehr Energie als eine ordentliche Radtour. Und vielleicht das Interessanteste – während er nach dem Radfahren erschöpft war, empfand er den Tauchgang als angenehme, entspannende Aktivität.
Wie genau ist ein Armband unter Wasser?
Fitnessarmbänder schätzen den Energieverbrauch anhand von Puls und Bewegung. Im Wasser, unter der Manschette eines Trockentauchanzugs und bei wenig Armbewegung sind diese Schätzungen nur grob. Sehen Sie die Zahlen als Veranschaulichung, nicht als exakte Messung – entscheidend ist der Gesamttrend.
Warum Tauchen so viel Energie kostet
Auch ohne Laborgenauigkeit ergeben die Ergebnisse Sinn. Tauchen ist aus mehreren Gründen energieintensiv:
- Kälte – Wasser entzieht dem Körper um ein Vielfaches schneller Wärme als Luft. Selbst im Nass- oder Trockentauchanzug arbeitet der Körper hart, um warm zu bleiben, besonders bei langen Tauchgängen.
- Wasserwiderstand – Bewegung im Wasser ist viel anstrengender als an Land.
- Schwere Ausrüstung – Tragen, Montieren und Handhaben von Flaschen und Blei ist echte körperliche Arbeit.
- Konzentration – Planen, Überwachen und Reagieren kosten ebenfalls Energie und tragen zur Ermüdung bei.
Praktische Tipps für lange Tauchtage
- Bleiben Sie warm. Guter Kälteschutz spart Energie und macht lange Dekompression angenehmer. Standard für kaltes Wasser ist ein Trockentauchanzug mit passendem Unterzieher – sehen Sie sich unsere Trockentauchanzüge an.
- Trinken Sie genug. Der Aufenthalt im Wasser erhöht den Flüssigkeitsverlust, und Dehydrierung gilt als einer der Faktoren, die mit Dekompressionsstress in Verbindung gebracht werden. Trinken Sie regelmäßig vor und zwischen den Tauchgängen.
- Essen Sie zwischen den Tauchgängen. Planen Sie richtige Mahlzeiten und Snacks ein, damit Sie nicht mit leerem Tank in den zweiten Tauchgang starten.
- Tragen Sie die Ausrüstung mit Verstand. Nutzen Sie einen Rollwagen oder bitten Sie Ihren Buddy um Hilfe und machen Sie Pausen zwischen den Wegen zum Wasser. Flaschen und Zubehör finden Sie in unserer Kategorie Flaschen und Zubehör.
- Bleiben Sie fit. Allgemeine Fitness erleichtert das Tragen der Ausrüstung und hilft Ihnen, anspruchsvolle Tauchgänge mit Reserve zu bewältigen.
Häufige Fragen
Verbrennt Tauchen mehr Kalorien als Radfahren?
Pro Minute meist nicht. Ein langer technischer Tauchgang mit Vorbereitung, Tragen der Ausrüstung und Zeit in kaltem Wasser kann über den ganzen Tag aber mehr Energie verbrauchen als eine typische Radtour.
Warum habe ich nach dem Tauchen so großen Hunger?
Ihr Körper hat Energie aufgewendet, um warm zu bleiben, sich im Wasser zu bewegen und schwere Ausrüstung zu handhaben. Hunger nach dem Tauchen ist eine normale Reaktion – planen Sie nach längeren Tauchgängen eine richtige Mahlzeit ein.
Kann ich mich unter Wasser auf mein Fitnessarmband verlassen?
Nur als grobe Orientierung. Pulssensoren am Handgelenk sind im Wasser und unter einer Anzugsmanschette weniger genau, die Kalorienangaben sind daher Schätzungen.
Was man daraus mitnehmen kann
Für Taucher ist das eigentlich eine gute Nachricht. Ihr Hobby ist nicht nur eine Reise in eine andere Welt, sondern auch ein ordentliches Training. Wenn Sie eine Aktivität suchen, die Abenteuer, Entspannung und echte körperliche Anstrengung verbindet, könnte Tauchen genau das Richtige sein. Und wenn Sie das nächste Mal beim Flaschentragen oder beim Hineinzwängen in den Anzug ins Schwitzen kommen, denken Sie daran: Es ist ein hervorragendes Training – nur viel unterhaltsamer als eine Stunde im Fitnessstudio. Wenn Sie beim Tauchen weiterkommen möchten, lesen Sie unseren Leitfaden zum Einstieg ins technische Tauchen.






